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Irrtum #1: Wärmebildkameras sollten nicht bei Tageslicht eingesetzt werden

Wärmebildkameras erfassen mit dem thermischen Sensor einen Wellenlängenbereich, der außerhalb des sichtbaren Spektrums liegt. Deshalb können diese auch problemlos am helllichten Tag eingesetzt werden.

Der Irrtum rührt wahrscheinlich daher, dass Wärmebildkameras mit Nachtsichtgeräten die u.a. vom Militär eingesetzt werden, verwechselt werden. Diese Nachtsichtgeräte, die auf einer Photomultiplier-Technik basieren, verstärken geringe Lichtstärken im sichtbaren Spektrum und können – wie Wärmebildkameras – Objekte für den Menschen auf bei Dunkelheit erkennbar machen. Bei starker Lichteinstrahlung sind diese Photomultiplier-Geräte – im Gegensatz zu Wärmebildkameras – jedoch nutzlos und stellen kein auswertbares Bild mehr dar.

Irrtum #2: Man muss viel Geld ausgeben um ein vernünftiges Modell zu bekommen

Natürlich hängt es vom beabsichtigten Einsatzbereich und verfügbaren Budget ab, für welche Preiskategorie man sich entscheidet. Jedoch können auch günstige Wärmebildkameras schon für die häufigsten Anwendungsbereiche mehr als ausreichend sein. Der günstigste Einstieg in die Wärmebildtechnik ist mit speziellen Aufsätzen für Smartphones möglich. Aber auch in der Preisklasse für Anfänger finden sich Modelle die zur Gebäudediagnostik oder für einfache Fragestellungen für Bastler und Entwickler geeignet sind.

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Irrtum #3: Nur ein Profi kann mit einer Wärmebildkamera umgehen

Viele Wärmebildkameras verfügen heutzutage über automatisierte Kalibrierungsprogramme und ein einfaches Benutzerinterface. Die wichtigsten Fachbegriffe und Kenntnisse kann man sich über das Internet oder auf einem Workshop schnell aneignen und stehen nicht im Weg um als Leihe eine Wärmebildkamera effektiv einsetzten zu können. Einsteigermodelle, die nicht über jede mögliche Zusatzfunktion verfügen, sind besonders leicht in der Handhabung und für Anwender zu empfehlen, die weniger erfahren mit Technik sind. Der gelegentliche Bastler sollte jedoch im Umgang auch mit den heutigen “Profigeräten” klar kommen und nach einer kurzen Einarbeitungs- und Einlesephase schnell zur Untersuchung der eigentlichen Fragestellung kommen können.

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Irrtum #4: Die Beschaffung einer Wärmebildkamera lohnt sich nicht

Wärmebildkameras bieten in bestimmten Anwendungsbereichen einen einzigartigen Vorteil. In der Gebäudediagnostik zum Beispiel, kann kein anderes Instrument bestimmte Defizite wie Wärmelecks, kalte Mauerstellen oder Dämmungsschäden effizienter und genauer auspüren. Werden die Mängel mit Hilfe einer Wärmebildkamera richtig erkannt und behoben, können größere (finanzielle) Schaden, die sich oft erst langfristig abzeichnen würden, vermieden werden.

Deshalb lohnt sich oft eine Anschaffung einer eigenen Wärmebildkamera, wenn man den Renovierungsprozess selber verfolgen will oder mehrere thermische Fragestellungen untersucht. Hat man es insbesondere mit wiederkehrenden Schäden (Schimmel, Lecks) zu tun, ist eine frühe Investition in eine passende Wärmebildkamera oft angezeigt.

Irrtum #5: Die Farbe des Objekts beeinflusst das Wärmebild

Der Mensch nimmt verschiedene Farben eines Objektes durch unterschiedliche Wellenlängen des Lichtes, das von dem Objekt ausgeht, wahr. Dieser sichtbare Bereich befindet sich in einem Wellenlängenbereich von ca 0,4 bis 0,7 µm. Wärmebildkameras erfassen über den thermischen Sensor jedoch ein Spektrum von ca 4 bis 14 µm (thermischer Bereich).

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Verschiedene Farben des Gleichen Objektes (z.B. verschieden lackiert) korrelieren nicht direkt mit dem thermischen Emissionsgrad des Objektes – vorausgesetzt bei dem ausgesendetem Licht handelt es sich nur um reflektiertes Licht von einer externen Lichtquelle (Sonne, Lampe usw.) und das Objekt selbst erzeugt kein Licht (z.B. Heizdraht oder Feuerzeug).

Irrtum #6: Wärmebildkameras können hinter Wände sehen

Eine Wärmebildkamera erfasst nur das einfallende (Infrarot-)Licht eines Objektes das von seiner Oberfläche ausgeht. Dieses kann sich aus verschiedenen Anteilen zusammensetzen: reflektiertes, transmittiertes und emittiertes Licht.

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Würde man sich also dafür interessieren, was sich z.B. hinter eine Wand befindet, müsste man nur die transmittierten Wärmestrahlen erfassen können. Dies gestaltet sich jedoch insofern als schwierig, da die Wärmestrahlung von einer Person zum Beispiel, die hinter einer Mauer steht größtenteils von der Wand absorbiert wird und dort diffundiert. Von außen aber, ist deshalb kaum mehr als eine gleichmäßige Temperaturverteilung der Mauer zu sehen.

 

Irrtum #7: Das Image-Combining Feature ist Pflicht

Beim Image-Combining vereint eine Wärmebildkamera, die mit einer Digitalkamera für den sichtbaren Bereich und einem thermischen Bildsensor ausgerüstet ist, das sichtbare Bild mit dem thermischen. Dies kann bei bestimmten Einsatzzwecken hilfreich sein um Objekte besser zu erkennen zu können.

Anwendungsgebiete dafür sind vor allem der Einsatz im Sicherheitswesen und im Militär. Für thermische Analysen von Gebäudeschwachstellen oder elektrischen Schaltungen ist dieses Feature nicht notwendigerweise ein Muss bei der Kaufentscheidung. Dort steht vielmehr die Auswertung des thermischen Bildes im Vordergrund, wobei eine Abgrenzung von den einzelnen Komponenten oft problemlos möglich ist.

Bildnachweis:

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Quellen:

http://pembrokeinstruments.com/_download_pdf_897/_Pembroke-PDF-Downloads/Top-Ten-Myths-IR-Thermal-Cameras-Pembroke.pdf