Seek Thermal RevealPRO FF

Seek Thermal RevealPRO FF
8.9

BEDIENUNG

9.0 /10

FUNKTIONSUMFANG

8.5 /10

AUFLÖSUNG

9.0 /10

VERARBEITUNG

9.5 /10

PREIS/LEISTUNG

8.5 /10

Vorteile

  • Preiswerte IR-Auflösung
  • Kompakt und handlich
  • Robust und widerstandsfähig
  • Integrierte leistungsfähige Leuchte
  • Akku

Nachteile

  • Kein Video
  • Kein Image-Combining
  • Absolute Kalibrierung

Mit der RevealPRO FF stellt Seek Thermal neue Rekorde in Sachen Performance in seiner Preisklasse für Wärmebildkameras auf.

Die RevealPRO FF ist die Profi-Version des Vorgängermodells “Reveal” und zeichnet sich insbesondere durch eine höhere Auflösung und Funktionsumfang aus.

Wir haben das Gerät ausführlich getestet in Sachen Bedienung, Funktionalität, Qualität und Lieferumfang. Erfahren Sie im Folgenden mehr über mögliche Anwendungsgebiete, sowie die Stärken und Schwächen dieser stand-alone Wärmebildkamera.

Die Seek Thermal RevealPRO FF im Test

Inbetriebnahme, Verpackung und erster Eindruck

In unserem Test der Reveal in der Standard Version hat das Gerät bereits einen positiven Eindruck gemacht. Das Konzept einer stand-alone Wärmebildkamera von Seek hat uns gefallen – hat der Hersteller bisher nur Module für Smartphones angeboten.

Die Seek RevealPRO FF ist seit Ende 2016 verfügbar und vereint viele Eigenschaften der CompactPRO und der “Reveal Standard”. Die Performance des IR-Moduls ist sehr ähnlich der der CompactPRO und das Gehäuse sowie das User-Interface wurden von der Reveal übernommen und verbessert.

Dafür verlangt der Hersteller auch einen deutlichen Aufpreis aber liefert ein tolles Gerät für jeden der sich eine günstige Wärmebildkamera sichern will. Dies ist ein weiterer Schritt von Seek die Platzhirschen nicht nur mit höheren Auflösungen sondern auch in Sachen Qualität und Funktionsumfang anzugreifen. Wir begrüßen das natürlich als Nutzer und sind erstaunt wie schnell sich die Geräte in der unteren Preiskategorie mittlerweile entwickeln.

Die Wärmebildkamera wird in Kalifornien, USA entwickelt und zielt auf Einsteiger in der Welt der Thermographie ab. Was die Bedienung betrifft wurde das Gerät einfach gehalten, bietet aber genügend Einstellmöglichkeiten um auch fortgeschrittene Anwender zufrieden zu stellen.

Sicherlich wurde die RevealPRO FF für den Einsatz im Outdoor-Bereich und allgemein rauen Arbeitsumgebungen entwickelt. Beim Auspacken gewinnt man den Eindruck, dass das Gerät sehr robust ist und empfindliche Teile sind mit hervorstehenden Gummierungen geschützt. Auch die integrierte superhelle LED die unabhängig von der Infrarotkamera arbeitet ist wieder an Bord.

Durch die Gummierung ist das Gerät vor Stürzen gut geschützt. Es kann dank den angemessenen Abmessungen sogar in der Hosentasche getragen werden oder am besten mit der mitgelieferten Handgelenksschlaufe am Arm. Eine entsprechende Öse findet sich an der unteren Seite der Wärmebildkamera.

Bilder und Praxistest

Bedienelemente

Das Gerät ist relativ einfach zu bedienen. Über dem Display gibt es drei Tasten und an der rechten Seite vorne eine zum Einschalten der Taschenlampe. Zum Anschalten hält man die mittlere Taste gedrückt, ebenso für das Ausschalten. Nach ein paar Sekunden sieht man auch schon das erste Infrarotbild.

Bei der Navigation in den Menüs dienen die linke und die rechte Taste zum Verändern der Werte oder der Selektion und die mittlere Taste zum Bestätigen.

Die Anzeige des Infrarotbildes wird fortlaufend aktualisiert. Möchte man ein Bild abspeichern drückt man einfach die rechte Taste und eine kurze weiße Umrahmung bestätigt den Vorgang. Über die mittlere Taste gelangt man ins Funktionenmenü und von dort auch in die Galerie der gespeicherten Bilder.

Bei der Benutzung muss die RevealPRO in einem bestimmten Winkel gehalten werden. Im Gegensatz zu den Pistolengeräten blickt der Benutzer wie bei einem Handy nach unten was für manchen stören sein kann. Sicherlich gibt es auch Anwendungsfälle wo dieser “verwinkelte” Darstellung sogar praktisch ist.

Bildqualität und LED

Im Vergleich zum Vorgänger ist ein deutlicher Schritt nach vorne in Sachen Bildqualität zu attestieren. Ewiges Raten was die einzelnen Pixel bedeuten könnten hat mit der RevealPRO endlich ein Ende.

Zur Kalibrierung der Messwerte nimmt die Wärmebildkamera alle paar Sekunden einen Eigenabgleich vor, der sich in einem leisen Klicken äußert. Zudem ist wie in allen Wärmebildkameras eine Kompensation zur Umgebungstemperatur vorhanden. Leider gab es beim Test starke Abweichungen und Schwankungen bei den absoluten Messwerten der Objekttemperatur. Die Abweichungen korrelierten auch mit der Betriebsdauer des Gerätes. Hier ist sicherlich noch Verbesserungsbedarf gegeben.

Mehr Bilder aus der Praxis:

Akku, Stromverbrauch und Laden

Dank einem großzügigen Akku hält die Wärmebildkamera mehrere Stunden Dauerbetrieb durch. Über einen USB-Anschluss und dem mitgelieferten Verbindungskabel kann es am PC oder einer USB-Steckdose aufgeladen werden.

Test-Video

Sehen Sie sich unser kurzes Testvideo an um einen besseren Eindruck von dem Gerät zu bekommen:

Einstellungsmöglichkeiten

Deutlich mehr Funktionen zum Konfigurieren des Geräts gibt es bei der RevealPRO im Vergleich zum Vorgängermodell.

Das Fadenkreuz lässt sich wahlweise deaktivieren. Wir befanden das Design etwas störend und hätten uns eine schlankere Version wieder gewünscht. Interessant ist sicherlich der digitale Zoom der in 0,1 Schritten von 1 x bis 4 x einstellbar ist.

Ein deutlicher Zugewinn ist die freikonfigurierbare Temperaturskala. Der Nutzer kann nicht nur das obere und untere Ende jetzt frei wählen sondern auch den Mittelpunkt kann individuell verschoben werden. Im gleichen Zug wurden von der CompactPRO die “Full-Frame”-Darstellung übernommen. Diese maximiert die Sensitivität der wiedergegebenen Infrarotdaten. Das ist bei besonders nuancierten Temperaturunterschieden hilfreich.

 
 

Der Emissionskoeffizient ist einmal grob über eine Vorauswahl von 0,3 bis 0,97 in vier Niveaus einstellbar und zusätzlich über ein Sub-Menü frei konfigurierbar in 0,01 Schritten.

Als Einheit der gemessenen Temperaturen kann man nicht nur zwischen Celsius und Fahrenheit wählen sondern die Zahlen auch in Kelvin darstellen lassen.

Selbst die integrierte LED-Taschenlampe ist konfigurierbar. Diese hat zwei Arbeitspunkte die jeweils einer frei einstellbaren Leuchtstärke zugewiesen werden können. Weitere Möglichkeiten zum Stromsparen ist die einstellbare Hintergrundbeleuchtungsstärke und die Zeitdauer bist zum automatischen Abschalten der Wärmebildkamera bei Untätigkeit.

Die Menütexte stehen in 10 verschiedenen Sprachen zur Verfügung und das Datums- und Zeitformat lässt sich auch anpassen. Will man das Gerät auf Werkseinstellungen zurücksetzen, kann man dies in einem Sub-Menu vornehmen.

Der Hersteller wirbt auch für eine Registrierung des Gerätes um von Updates und Support zu profitieren.

Noch mehr Bilder von den Einstellungsmöglichkeiten:

Natürlich kann man zwischen vielen verschiedenen Darstellungen der Infrarotdaten die vom Sensor geliefert werden auswählen:

Umfangreiche Auswahl an Farbpaletten

Die verschiedenen Farbpaletten wirken alle sinnvoll und haben ihre eigenen Stärken und Schwächen bei unterschiedlichen Einsatzgebieten. Es steht zur Auswahl:

  • „Spectra“
  • „Prism“
  • „Iron“
  • „Tyrian“
  • „White“
  • „Black“
  • „Amber“
  • „HI“
  • „HI-LO“

Beispiele:

Spectra

Spectra

Prism

Prism

Iron

Iron

Tyrian

Tyrian

White

White

Black

Black

Amber

Amber

HI

HI

HI-LO

HI-LO

“White” und “Black” eignen sich für den Einsatz des Geräts als Nachtsichtgerät. Die Paletten “HI” und “HI-LO” sind super zum Aufspüren von Unregelmäßigkeiten im technischen Bereich oder bei der Überwachung von Gelände.

“Prims” macht kleine Temperaturdifferenz deutlich sichtbar und “Spectra” ist wohl als Allrounder zu bezeichnen.

Fehlendes Image-Combining und Video-Aufnahmen

Obwohl Seek Thermal mit der Sensor-Auflösung deutliche Innovationen in der niedrigen Preisklasse zeigt gibt es noch immer in keinem Gerät der Produktpalette des Hersteller Wärmebildkameras mit Image-Combining.

Ebenso vermissten wir eine Video-Aufnahme Funktion die bei der Bildwiederholfrequenz von 15 Hz sich sicherlich gut gemacht hätte.

Wären diese beiden Dinge mit an Bord gewesen hätte man sicherlich von einem Meilenstein bei der Thermographie reden können. Nichtsdestotrotz kann die RevealPRO mit guten technischen Eigenschaften aufwarten:

Technische Spezifikationen

Bei den technischen Details kann die RevealPRO punkten. Das wichtigste sind sicherlich die Sensor-Auflösung von 320 x 240 Pixel sowie der Messbereich von -40 °C bis 330 °C. Die Bildwiederholfrequenz beträgt dabei 15 Hz bei 32 ° FOV (Fix-Fokus).

Äußerlich misst das Gerät 60 x 30 x 127 mm ( B x L x H) bei einem Gewicht von nur 177 Gramm. Der integrierte Li-Ion Akku versorgt nicht nur das 6 cm große LCD (4 h Betrieb) sondern auch die integrierte 300 Lumen LED mit Strom.

Der Emissionsgrad ist einstellbar von 0,3 bis 0,97 wobei laut Datenblatt eine thermische Empfindlichkeit von lobenswerten 75 mK gilt. Ein Digitalzoom ist bis 4 x möglich. Es sind 2 GB fest verbauter Flashspeicher integriert.

Anwendungsgebiete

Im Test haben wir eine Heizungsinstallation untersucht und waren positiv überrascht von der Leistung der RevealPRO. Für Handwerker in diesem Bereich stellt die Wärmebildkamera ein super High-Tech Werkzeug dar, weil sie robust ist, Thermographie bestens für das Anwendungsgebiet gewappnet ist und sogar noch eine praktische Taschenlampe integriert hat. Der thermische Messbereich ist für die meisten Problemstellungen ausreichend.

Ein weiterer Einsatzbereich ist sicherlich die Wild-Jagd und die Objektüberwachung. Vorteile gegenüber der günstigeren CompactPRO ist die Handlichkeit des stand-alone Gerätes und wieder die integrierte Taschenlampe. Mit der Farbpalette lassen sich schön erlegte Tiere im Dickicht aufspüren bzw. Eindringe von weitem erkennen. Im Vergleich zum Vorgänger kommt hier auch die deutlich höhere Auflösung zu Gute. Der Hersteller gibt hier eine “Erkennungsdistanz” von 550 Metern an.

Auch bei der Untersuchung von elektrischen Schaltungen kann man die RevealPRO sinnvoll einsetzen. Geht es jedoch um die Inspektion von kleinen Bauteilen hat sich die XR Version mit verstellbaren Fokus bewährt. Analog gilt das Genannte für das Maschinenwesen.

Für Hausinspektionen ist die RevealPRO hervorragend geeignet dank dem weiten Sichtfeld und der erhöhten Auflösung. Fenster und Türen lassen sich schön auf Schwachstellen absuchen was diese Wärmebildkamera zu einem echten Allround-Gerät machen. Ist man in dunklen Räumen unterwegs kann man problemlos die Taschenlampe aktivieren was das Infrarot-Bild natürlich nicht beeinflusst.

Weitere denkbare Anwendungsgebiete sind der Sanitärbereich sowie in der Belüftungstechnik.

Lieferumfang

  • Seek Thermal RevealPRO Wärmebildkamera
  • Handgelenksschlaufe
  • USB-Kabel für Datenübertragung und Laden
  • Welcome Guide

Fazit – Seek Thermal Wärmebildkamera “RevealPRO FF”

Die RevealPRO FF hat im Test sehr gut abgeschnitten und der Hersteller Seek Thermal hat einige Verbesserungen eingebaut.

Pluspunkte gab es für den erweiterten Funktionsumfang und für die überzeugende Sensor-Auflösung.

Leider fehlen wie bei der “Reveal Standard” Image-Combining und Video-Aufnahmen.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist aber dennoch gut und wir können daher getrost eine Kaufempfehlung aussprechen.