Seek Thermal CompactPRO

Seek Thermal CompactPRO
8.7

BEDIENUNG

8.0 /10

FUNKTIONSUMFANG

8.0 /10

AUFLÖSUNG

9.0 /10

VERARBEITUNG

9.5 /10

PREIS/LEISTUNG

9.0 /10

Vorteile

  • Lobenswerte Auflösung unter den Smartphone-Geräten
  • Temperaturbereich
  • Video-Aufnahme
  • Kompakt
  • Aufbewahrungsbox

Nachteile

  • Autokalibrierung mit Geräuschen
  • Kein Image-Combining

Mit der Seek Thermal CompactPRO dringen die Andock-Wärmebildkameras für Smartphones (Android und iOS) Richtung professionellen Bereich weiter vor. Sie hat im Vergleich zur Seek Thermal Compact XR eine deutlich verbesserte Auflösung und kann sich dadurch auch von der Konkurrenz FLIR ONE abheben.

In unserem ausführlichen Test haben wir das Gerät auf Herz und Nieren geprüft und verraten Ihnen, ob sich die Anschaffung der “Pro-Version” lohnt und was das kleine High-Tech-Gadget wirklich alles kann.

Die Seek CompactPRO im Test

Auspacken, Inbetriebnahme und erster Eindruck

Seek Thermal CompactPRO - Verpackung vorne

Verpackung vorne

Die Seek Thermal CompactPRO ist als Nachfolgerversion der Compact XR anzusehen und diesem Aufsteckmodul für Smartphones sehr ähnlich. Im Wesentlichen wurde die Sensorauflösung signifikant erhöht. Das Model CompactPRO war zum ersten Mal seit Mitte 2016 in den USA erhältlich.

Der kleine Zusatz “PRO” soll verdeutlichen, dass hier mehr als zuvor professionelle Anwender angesprochen werden. Tatsächlich – wie unser Test später noch zeigt – kann sich diese Wärmebildkamera mit scharfen Bildern in der Preiskategorie unter 1000 Euro sehen lassen. Dennoch ist es als Gerät für Hobbyisten, Bastler und Outdoorfans mit gehobenen Ansprüchen anzusehen. Für die “PRO”-Version verlangt Seek thermal auch einen deutlichen Aufpreis im Vergleich zur Compact XR. Bei der Bezeichnung CompactPRO FF steht das “FF” für “Fastframe” – eine neue Technologie des thermischen Sensors.

Kompatibilität und Lieferumfang

Seek Thermal CompactPRO - Case geschlossen mit Cam

Case geschlossen mit Kamera

Es gibt eine Version für Android-Handys und für iPhones (5, 5c, 5s, 6, 6s, 6 Plus, 6s Plus). Die Verbindung des Smartphone-Aufsatzes erfolgt also entweder über den Mikro-USB-Anschluss oder den Lightning-Connector.

Wie beim “kleinen Bruder” Compact XR ist der Lieferumfang spärlich gehalten. Die robuste Aufbewahrungsbox ist sehr schwierig zu öffnen, dafür aber wasserfest laut Hersteller. Mit dem mitgelieferten Schlüsselring kann sie am Schlüsselbund oder Gürtel mitgenommen werden. Darin ist die wertvolle CompactPRO 100%ig geschützt. Die eigentliche Bedienungsanleitung ist in der App integriert in Form von Videos und Dokumenten.

Der rote Drehknopf vorne (Fokus)

Der rote Drehknopf vorne (Fokus)

Eine kleine Veränderung ist jedoch bei dem äußeren Erscheinungsbild zu vernehmen. Die Linse wirkt etwas tiefer in dem Drehrad versenkt und ist somit wahrscheinlich besser geschützt. Auch die Farbe wurde zu Unterscheidungszwecken auf Rot geändert.

Für unseren Test verwenden wir ein iPhone 5 16 GB. Nach dem Anstecken wird die CompactPRO sofort erkannt. Das Betriebssystem schlägt vor die passende Software zu installieren.

Nach dem ersten Anstecken der CompactPRO

Nach dem ersten Anstecken der CompactPRO

Es ist nur noch nötig der App dann die benötigten Rechte zu geben und man kann in kürzester Zeit loslegen. Bei Android-User funktioniert das ganze analog und man lädt die passende App aus dem Playstore. Das Aufsteckmodul kann bei dem Lightning-Stecker in zwei Richtungen angeschlossen werden. Dadurch kann man mit der iPhone-Version mit der CompactPRO Selfies machen.

Autokalibrierung

Was sofort bei der ersten Aufnahme auffällt ist die ständige Kalibrierung, die sich durch ein Klicken im Abstand von 2 Sekunden äußert. Dabei verschließt sich eine interne Blende für eine kurze Zeit um den Sensor abzugleichen. Für manche mag dies stören sein. Erfahrungsgemäß nimmt man das Geräusch nach einiger Betriebszeit gar nicht mehr wahr. Leider ruckelt bei dieser Autokalibrierung die App im Aufnahmemodus kurz und auch das Video enthält dadurch an der entsprechenden Stelle einen kleinen Sprung.

 

Bilder und Aufnahmepraxis

Die CompactPRO von vorne

Die CompactPRO von vorne

Bei der Aufnahme von Bildern muss man selber für eine richtige Einstellung des Fokus sorgen. Dazu dreht man den dafür vorgesehenen Drehknopf soweit – je nach Entfernung des Objektes – bis sich klare Kanten im Bild abzeichnen. Man muss dabei nicht perfektionistisch vorgehen. Meist reicht eine bestimmte Spanne für die meisten Abstände. Nur bei sehr weiten oder nahen Objekten muss man wirklich viel drehen. Nach einer kurzen “Lernphase” macht man das fokussieren fast schon ganz automatisch. Man sollte aber jedes Mal die Finger von dem Gerät nehmen um keine thermische Streustrahlung zum Sensor zu erzeugen!

Haare sind deutlich erkennbar kühler

Haare sind deutlich erkennbar kühler

Die verbesserte Sensor-Auflösung macht sich sofort deutlich bemerkbar und man erkennt viele kleine Details besser. Störungen in den Aufnahmen haben sich wesentlich verbessert und die Bilder wirken glatt und detailliert. Die Körnigkeit und das Rauschen sind größtenteils verschwunden. Besonders bei Nahaufnahmen kann die CompactPRO glänzen. Als Beispiel sind sogar damit Haare (ca. 60 µm Durchmesser) erkennbar, die eine geringere Temperatur haben als die Hautoberfläche.

Seek Thermal CompactPRO - iPhone 5 - Aufnahmemodus

Die GUI der App in der Version 2

Die CompactPRO greift auf die neue Version der Seek thermal App in der Version 2.0 zurück. Die Oberfläche wirkt etwas schlanker und die Symbole sind (leider) nicht mehr so selbsterklärend. Wer aber schon einmal mit einer Wärmebildkamera gearbeitet hat findet schnell die Bedeutung hinter den Symbolen die nicht mit Text versehen sind. Neu ist auch die Anzeige der einer Temperaturskala mit den entsprechenden Farben der gewählten Farbpalette. Diese Skala lässt sich auch in einem Einstellungspunkt konfigurieren.

Testbilder

Im Folgenden präsentieren wir einige Infrarotbilder die im Rahmen des Tests der CompactPRO entstanden sind. Sie sollen einen Eindruck über die Auflösung und die Empfindlichkeit des Sensors bei verschiedenen Untersuchungsobjekten vermitteln:

Lampenschirm

Lampenschirm

Schaf

Schaf

Steckernetzteil

Steckernetzteil

Heißes Mahl

Heißes Mahl

Wasserkocher

Wasserkocher

Warme Steinplatten

Warme Steinplatten

Rotation, Akku und Einstellungsmenü

Hat man die Rotationssperre des Handys deaktiviert, dreht sich die App beim Rotieren des Smartphones mit. Die Temperaturskala erscheint damit immer links.

Seek Thermal CompactPRO - Screenshot - EinstellungenDer Stromverbrauch scheint sich subjektiv im Vergleich zur Compact XR verringert zu haben. Nimmt man Bilder auf kommt man mit dem iPhone 5 ca. 1 Stunde weit. Im Videomodus etwas weniger. Natürlich sind diese Werte vom Akku-Alter, den laufenden Hintergrunddiensten und der gewählten Displayhelligkeit abhängig.

In der App kann man einfach zwischen Bild- und Videoaufnahme wechseln, indem man nach rechts bzw. nach links wischt.

Seek Thermal CompactPRO - Screenshot - Einstellungen Emissionskoeffizient

Einstellungen des Emissionskoeffizienten

Echtes Image-Combining ist leider bei der CompactPRO nicht an Bord. Dafür wäre vermutlich eine zweite, visuelle Kamera im Modul nötig gewesen. Trost spendet aber die gute thermische Empfindlichkeit mit der sich kleinste Temperaturunterschiede erfassen lassen. Auch die angezeigten absoluten Messwerte scheinen sehr genau zu sein. Darüber hinaus lässt sich der Emissionskoeffizient in den Einstellungen der App in vier Stufen einstellen. Toll ist, dass dabei auch der eigentliche Wert des Emissionskoeffizienten jeweils angegeben wird.

Seek Thermal CompactPRO - Screenshot - Einstellungen Bild

Einstellungen

Bei den Einstellungen lässt sich erfreulicherweise einiges nach den eigenen Vorlieben anpassen. Bei den Temperatureinheiten hat man die Wahl zwischen Celsius, Fahrenheit und Kelvin. Das Anzeigeformat kann entweder als 16:9 und 4:3 eingestellt werden. Das Senden von Benutzerdaten ist opt-out. Neben den schon erwähnten Emissionskoeffizienten gibt es noch ein Untermenü zu “Bild & Video”. Wahlweise kann man die GPS speichern lassen, die Temperaturskala ein- oder ausblenden, Bildglättung aktivieren oder Farben bei Randtemperaturen ein- oder ausschalten.

Wasserzeichen

Wasserzeichen

Des Weiteren gibt es ein zusätzliches Submenü zu den Wasserzeichen. Hier gibt es wieder einige Auswahlmöglichkeiten:

  • Datum und Uhrzeit
  • Ort
  • Seek Logo
  • Geo-Tagging
  • Seriennummer
  • Emissionsgrad

Galerie

Etwas mager fällt leider die Galerieansicht in der App aus. Hier ist leider kein Zoomen möglich. Zum Glück werden die Infrarotbilder beim iOS unter “Photos” auch verfügbar gemacht, wo man sie nach Belieben genauer anschauen kann.

Auswahl der Farbpalette

Galerie

Wie bei allen Wärmebildkameras ist eine Funktion bei Nacht genauso möglich wie bei Tage. Da kein Image-Combining vorhanden ist, also keine visuellen Daten verarbeitet werden, werden nur die Infrarotstrahlen erfasst. Hilfreich ist es jedoch, wenn größere Temperaturunterschiede zwischen Zielobjekt und Hintergrund bestehen. Ein verlaufenes Haustier lässt sich im Winter meist leichter aufspüren als im Sommer. Oft sind auch nachts größere Temperaturdifferenzen zu erreichen, falls man Lebewesen mit der Wärmebildkamera aufnehmen will.

Die verschiedenen Anzeige-Modi

Punktmessung (“Spot”)

Punktmessung

Punktmessung

Eine beliebte Darstellungsvariante ist die Einblendung eines Fadenkreuzes in der Mitte des Bildes zur Punktmessung. Es wird die gemessene Temperatur neben dem Messpunkt angezeigt. Damit kann man einfach das Fadenkreuz auf das Zielobjekt richten um sofort die Objekttemperatur ablesen zu können.

“Hi/Lo”

Heiß-Kalt

Heiß-Kalt

In diesem Modus sucht die App-Software bei jedem Frame sofort die kälteste und die heißeste Stelle heraus und markiert sie optisch. Das ist sehr hilfreich beim Aufspüren von Personen aus der Entfernung oder bei der technischen Untersuchung auf Hot-Spots.

Normal

Normal

Normal

Wie der Name schon verrät ist dies die Standardanzeige beim Aufnehmen von Bildern. Links sieht man bei eingeblendeter Temperaturskala noch den oberen und den unteren Temperaturpunkt. Laut Bedienungsanleitung ist dieser Anzeigemodus auf maximale thermische Konsistenz mittels automatische Belichtungssteuerung optimiert.

“Full Frame”

Full-Frame

Full-Frame

Etwas unklar ist die “Full-Frame” Anzeige. Dabei werden jedenfalls die zur Temperaturskale gehörigen Temperaturwerte feiner aufgelöst eingeblendet. Das Bild wirkt auch etwas feiner granuliert. Dieser Modus ist bei einer genaueren thermischen Untersuchung hilfreich. In diesem Modus wird die eine maximale Klarheit des thermischen Bildes erreicht.

 
 

Spanne und Werte

Seek Thermal CompactPRO - Screenshot - Spanne

Spanne

Die App in der Version 2 erlaubt sogar eine freie Einstellung der Temperaturskala wie es auch bei der FLIR ONE möglich ist. Es lässt sich nicht nur oberer und unterer Temperaturpunkt festlegen, sondern auch die ganze Farbpalette nach oben oder unten verschieben.

Oberer Schwellwert

Oberer Schwellwert

Oberer Schwellwert

Diese Funktion ist sehr praktisch um elektronische Geräte und mechanische Bauteile zu prüfen. Dürfen Bauteile eine gewisse zulässige Betriebstemperatur nicht überschreiten, stellt man diese mit dem Drehrad entsprechend ein. Jetzt werden Pixel im Bild die “wärmer sind” als die Schwelltemperatur farblich dargestellt.

Gleiche Temperatur

Gleiche Temperatur

Gleiche Temperatur

Hier werden nur Bildpunkte farblich hervorgehoben, die eine vorher eingestellte Temperatur haben. Dies kann bei chemischen Prozessen sowie in der Lebensmittelindustrie von Hilfe sein. Dabei gilt es zu beachten, dass es in der Realität keine exakt gleiche Temperatur gibt und es sich hier eigentlich um eine Temperaturspanne mit Breite von 1 Kelvin handelt!

Unterer Schwellwert

Unterer Schwellwert

Unterer Schwellwert

Diese Funktion ist praktisch in Innenräumen um kalte Stellen schnell aufzuspüren. Dürfen Mauerstellen zum Beispiel 15 Grad Celsius nicht unterschreiten, stell man den unteren Schwellwert entsprechend ein. Man bekommt sofort visuelles Feedback und die bei der passenden Wahl der Farbpalette werden die kalten Orte in Blau dargestellt.

Visuelle Bild einblenden / Split-Screen

Seek Thermal CompactPRO - Screenshot - SplitScreen

Split-Screen

In diesem experimentellen Modus kann man sich das visuelle Bild von der Digitalkamera des Smartphones einblenden lassen.  Ein großer Mehrwert war im Test nicht zu erkennen. Die Ausrichtung und der Zoom stimmen nicht so gut überein und leider ließ sich die Grenze nicht verschieben.

Große Auswahl an Farbpaletten

Bei der neuen Version der Seek Thermal App stehen dem Benutzer der CompactPRO eine ähnliche Auswahl an Farbpaletten zur Verfügung wie bei dem “kleinen Bruder”.

Auswahl der Farbpalette

Auswahl der Farbpalette

Im Test haben wir folgende Farbdarstellungen gezählt:

  • “White”
  • “Black”
  • “Spectra”
  • “Prism”
  • “Tyrian”
  • “Iron”
  • “Amber”
  • “Hi”
  • “Hilo”
White

White

Black

Black

Spectra

Spectra

Prism

Prism

Tyrian

Tyrian

Eisen

Eisen

Amber

Amber

Hi

Hi

Hilo

Hilo

Die richtige Palette für jeden Zweck

Bei dieser Auswahl handelt es sich mitnichten um eine technische Spielerei. Eine geschickte Wahl kann das Darstellungsergebnis wesentlich aufwerten. Im folgenden Beispiel sieht man eine Makroaufnahme einer Hausspinne deren Körpertemperatur sich fast komplett an die Umgebung angepasst hat. Dies “tarnt” sie sozusagen für Räuber mit Infrarotsicht. In der Farbdarstellung “Iron” ist sie tatsächlich schwierig auszumachen, weil die Farbverläufe sich in den Komponenten nur langsam ändern. Ganz im Gegensatz zur Palette “Prism” die eine hohe Orthogonalität aufweist und kleinste Temperaturunterschiede stark optisch hervorhebt.

Spinne mit der Farbpalette "Iron"

Spinne mit der Farbpalette “Iron”

Spinne mit der Farbpalette "Prism"

Spinne mit der Farbpalette “Prism”

Wasserleitung

Wasserleitung

Will man die Wärmebildkamera als Nachtsichtgerät bei Dunkelheit nutzen eigenen sich “White” bzw. “Black” sehr gut. Hat man es mit größeren Temperaturunterschieden zu tun macht sich “Amber” und “Iron” ganz gut, denn diese sind für den Menschen dann einfacher zu interpretieren als wie “Prism” mit starken Farbschwankungen. Sollen Hot-Spots oder technische Defekte aufgespürt werden eignen sich “Hi” bzw. “Hilow”.

Video-Aufnahmen mit der Seek Thermal CompactPRO

Die Qualität der Frames war im Test durchaus als positiv zu bewerten und steht kaum etwas den Einzelaufnahmen nach. Subjektiv ist die Framerate aber viel geringer als die 15 Herz laut Datenblatt. Zudem kommen stellenweise Unterbrechungen wegen den vorher genannten Kalibrierungsvorgängen in die Videoaufnahmen rein. Das folgende, 83 Sekunden lange Testvideo benötigt ca. 28 MiB Speicherplatz auf dem iPhone. Ein Blick in die Dateieigenschaften des Videos am PC liefert eine Framerate von nur 5 Herz. Mit der Landschaftsansicht kommt die App sehr gut klar und im Test gab es sonst keine Schwierigkeiten bei den Videoaufnahmen.

Technische Details

Seek Thermal CompactPRO Verpackung hinten

Verpackung hinten

Die Seek Thermal CompactPRO FF wartet mit einer Auflösung von 320 x 240 auf. Das ist ein hoher Wert für die Preisklasse. Weiter gibt der Hersteller eine Reichweite von 550 Metern (1800 Fuß) an, bis zu der ein 15 cm großes Objekt detektiert werden kann.

Das Gesichtsfeld (FOV) liegt bei 32° und damit zwischen der Compact Standard Range (36°) und Compact XR (20 °). Die abgedeckte Temperaturspanne ist mit -40 °C bis 330 °C gleich geblieben und wieder als lobenswert zu bewerten.

Das Gewicht liegt bei 14 Gramm und Abmessungen von 25,4 x 44,5 x 25,4 mm (H x W x T). Die Linse besteht aus Chalkogenid-Glas und das Mikrobolometer aus Vanadiumoxid.

Seek Thermal CompactPRO - iPhone 5 - Makro hinten

Rückseite des Geräts

Der Sensor erreicht eine thermische Empfindlichkeit kleiner 70 mK bei einem Spektralbereich von 7,5 – 14 µm. Laut Hersteller verbraucht die CompactPRO 280 mW Strom. Dank der Fastframe-Technologie gibt der Hersteller eine Bildwiederholfrequenz von mehr als 15 Herz an.

Anwendungsgebiete

Hauswand

Hauswand

Die hohe Auflösung der CompactPRO ist in jedem Anwendungsfall gut zu gebrauchen. Damit lassen sich besonders weit entfernte Objekte besser detektieren und erkennen. Aber auch in der Nähe hilft jedes Pixel um Details genauer zu untersuchen.

Elektronik

In unserem Test konnte die CompactPRO bei der Untersuchung von Elektronik ihre Stärke zeigen. Dank dem frei einstellbaren Fokus kann man SMD-Bauteile problemlos auf Leiterplatten auf thermische Unregelmäßigkeiten prüfen.

Mainboard mit Grafikkarte

Mainboard mit Grafikkarte

Es ist vielleicht das ideale Gerät für Enthusiasten um einen PC thermisch zu konsolidieren. Für die gängigsten Gerätschaften in der Elektronik ist jedenfalls eine aussagekräftige Untersuchung mit der CompactPRO zu erwarten und man muss nicht mehr – wie bei den < 100 Pixel Wärmebildkameras – rätseln was man eigentlich fotografiert.

Gebäude

In Innenräumen sollte man einen gewissen Abstand mit einkalkulieren, der nötig ist um zum Beispiel ein Fenster oder eine Türe komplett abzulichten. Im Test viel dieser Anwendungsfall mit zufriedenstellenden Ergebnissen und Erfahrungswerten aus. Das fehlende Imagecombining wirkt sich hier negativ aus, weil man Umrandung und Enden von Fenstern usw. nicht so leicht erkennt.

Lebewesen

Hund im Infrarotbereich

Hund im Infrarotbereich

Besonders geeignet ist die CompactPRO aber vielleicht zur tier- oder sportmedizinischen Untersuchung. Details und Temperaturunterschiede lassen sich sehr gut erkennen. Image-Combining wird bei diesen Anwendungsfällen nicht vermisst, da naturgemäß die untersuchten Objekte kantenreiche Bilder abgeben. Entzündete Stellen am Bewegungsapparates lassen sich aufgrund der lokal erhöhten Körpertemperatur des Tieres aufspüren.

Bei der Aufspürung von vermissten Tieren und bei der Jagd ist bei großen Abständen zum Objekt die praktisch erreichbare Sichttiefe vergleichbar mit dem Model Compact XR.

Mensch in 30 Meter Abstand

Mensch in 30 Meter Abstand

Je nach Temperaturdifferenzen lassen sich kleine Haustiere hinter Büschen und Ästen wiederfinden.

Photovoltaik

Bei mittleren Abständen zum Objekt liefert die CompactPRO gute Bilder. Dies ist zum Beispiel bei der Untersuchung von Solarmodulen auf Photovoltaik-Parks der Fall.

Lieferumfang

Lieferumfang

Lieferumfang

  • Seek Thermal CompactPRO Wärmebildkamera
  • Hartplastik, spritzwasserfeste Aufbewahrungsbox
  • Schlüsselring für Aufbewahrungsbox
  • Quickstart-Guide

Empfehlenswert ist beim Kauf sich einen Befestigungsrahmen für dieses Aufsteckmodul zu kaufen. Damit kann man das Gerät dann separat auf ein Dreibein montieren und mit einem Verlängerungskabel mit dem Handy verbinden. Dadurch erreicht man schärfere Bilder, weil ein Verwackeln praktisch ausgeschlossen wird. Somit maximiert man die erreichbare Bildqualität. Ebenso kann man damit das Objekt im immer gleichen Blickfeld halten und langsam ablaufende Prozesse schön verfolgen.

Fazit – Seek Thermal CompactPRO Wärmebildkamera-Ansteckmodul

Mit der CompactPRO läutet der Hersteller Seek thermal eine neue Ära in Sachen Auflösung und Preis pro Pixel von Wärmebildkameras ein.

Das Aufsteckmodul ist für Sicherheitsdienste, Jäger, Bastler und Bauherren als leistungsstarkes Gerät erschwinglich geworden. Man muss lediglich ein Android-Handy oder ein iPhone 5 oder besser besitzen.

Kleine Schwachstellen sind die noch etwas schwierig zu bedienen App und das fehlende Image-Combining. Für die Preiskategorie bekommt man aber wahrscheinlich keine Wärmebildkamera mit einer besseren thermischen Auflösung als die Seek CompactPRO. Deshalb gibt es von uns die Bewertung “sehr gut” und man kann getrost eine Kaufempfehlung aussprechen!

Seek Thermal CompactPRO - Lieferumfang Zoom